Man kann jahrzehntelang das Gleiche tun und es gut machen – und trotzdem irgendwann beschließen, dass es Zeit für etwas anderes ist. Auf dem Gelände von Priesterseminar und Leokonvikt in der Paderborner nach ihm Leostraße wurden über Generationen vor allem künftige Priester ausgebildet.
Mit Ende des Sommersemesters 2026 hat sich das geändert. Seitdem leben, beten und lernen hier Menschen, die sich auf ganz unterschiedliche Berufe in der Kirche vorbereiten. Dazu kommen andere, die sich ganz grundsätzlich die Frage stellen wollen, welchen Weg sie im Leben einschlagen können. Drei Einrichtungen bilden gemeinsam den Leocampus: das Priesterseminar, das Pauluskolleg und das christliche Orientierungsjahr come!.
Am 6. November 2025 hat der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz den Campus offiziell eröffnet. Er soll ein Ort sein, an dem Zukunft nicht nur gedacht, sondern gelebt wird. Die Idee dahinter ist bestechend schlicht: Wer die Perspektive der anderen früh kennenlernt, arbeitet später besser mit ihnen zusammen.
Der Campus steht in einer langen Tradition. Die Theologische Fakultät Paderborn sitzt in der Innenstadt, in den historischen Räumen des ehemaligen Jesuitenkollegs. Dort befand sich seit 1777 die erste Ausbildungsstätte für Priester im Bistum, die von Fürstbischof Wilhelm Anton von Assenburg ins Leben gerufen wurde. Das ehemalige Collegium Leoninum, Namensgeber des Leocampus, wurde 1895 Papst Leo zum 50. Tag seiner Priesterweihe gewidmet und war das Studienkolleg für angehende Priester und Namensgeber der Leostraße. 1931 kam zum Ensemble des heutigen Campus das neue Priesterseminar hinzu, in dem sich heute auch der Paderborner Standort der Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen befindet.