Laden...

© Besim Mazhiqi
© Besim Mazhiqi

Orientierung, Studium, Ausbildung und Berufung

Die leise Stimme im Lärm

Junge Menschen wollen etwas Großes. Sie wollen nicht nur irgendwie durchkommen oder das eigene Leben verwalten. Sie wollen mehr Sinn, mehr ehrliche Beziehungen, mehr Leben. Wir sind überzeugt: Diese Sehnsucht nach mehr ist eine Spur, auf der Gott einem längst entgegenkommt. Auf dem Leocampus gibt es verschiedene Möglichkeiten, dieser Spur zu folgen.

Orientierung: ein Jahr für die eigenen Fragen

Das christliche Orientierungsjahr come! ist für alle gedacht, die zwischen dem, was war, und dem, was kommt, eine ehrliche Pause einlegen wollen, und zwar eine mit Programm. Ein Jahr lang fragst du nach deinem Weg: beruflich, persönlich und geistlich. Berufungscoachings, Workshops, Impulse und Gemeinschaftsabende begleiten dich dabei, während du zum Beispiel deiner normalen Arbeit nachgehst, studierst oder ein FSJ machst. Getragen wird come! von der Diözesanstelle Berufungspastoral, der Fachstelle des Erzbistums für Fragen der Berufung.

Studium: Theologie in Paderborn

Wer auf dem Leocampus wohnt und studiert, hat es nicht weit. Die Katholische Hochschule NRW (katho) hat ihren Sitz direkt auf dem Gelände. Dort kann man unter anderem Angewandte Theologie studieren. Die Theologische Fakultät Paderborn liegt in der Innenstadt am Kamp und bietet Studiengänge der Katholischen Theologie an. Themenabende, Kurse und Studienbegleitung ergänzen das Studium. Für Hausarbeiten stehen rund 500.000 Schriftwerke direkt auf dem Campus bereit.

Ausbildung: mehr als Vorlesungen

Im Pauluskolleg wächst du in neben dem Studium dort, wo keine Vorlesung hinreicht: in deiner Persönlichkeit, in deiner sozialen Kompetenz und in deiner eigenen Spiritualität.

Im Priesterseminar beginnt die Ausbildung mit dem propädeutischen Jahr. Der Begriff klingt sperrig, gemeint ist eine Zeit der Grundlegung vor dem Theologiestudium. Du wächst menschlich, geistlich, intellektuell und pastoral und klärst, ob der Dienst als Priester wirklich dein Weg ist. Danach begleitet dich das Seminar durch das gesamte Studium.

Die Ausbildungsordnung des Erzbistums spricht dabei von einer dreifachen Berufung: zum Menschsein, zum Christsein und zu einem konkreten Dienst in Kirche und Welt. Die ersten beiden sind der Ausgangspunkt. Die dritte wird geprüft, nicht vorausgesetzt. Wer anfängt, muss also nicht fertig sein, nur ehrlich.

Das gilt auch für die Vorgeschichte. Manche kommen direkt von der Schule, andere haben schon einen Beruf gelernt, wieder andere bringen Umwege und Brüche mit. Diese Vielfalt gilt nicht als Makel, sondern als Chance.

Berufung: hinhören, unterscheiden, frei werden

Berufung ist kein fertiger Lebensplan, den man sich irgendwo abholt. Sie beginnt mit einer Beziehung. Das Problem ist nur, dass es ziemlich laut ist. Tausend Stimmen buhlen in unserem medialen Alltag um Aufmerksamkeit, und irgendwo dazwischen ist eine ganz leise, die auch gehört werden will.

Du lernst also hinzuhören. Was macht dich lebendig und schenkt dir tiefen Frieden? Und was lässt dich eher leer zurück? Mit der Zeit lernst du, diese inneren Regungen zu deuten. Und irgendwann entscheidest du dich.

Eine gute Entscheidung braucht innere Freiheit: frei von Angst, frei von falschen Sicherheiten, frei vom ständigen Vergleichen. Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, nannte diese Haltung „heilige Indifferenz“. Gemeint ist keine Gleichgültigkeit, sondern Vertrauen – offen genug, dem Weg zu folgen, auf den Gott ruft.

Und niemand muss das allein schaffen. Auf allen drei Wegen gehört Begleitung dazu: geistliche Gespräche, Coaching, Studienbegleitung und eine Gemeinschaft, die mitträgt, wenn es mal wackelt.