Berufung ist kein Karriereprojekt
Es gibt Orte, an denen man lernt, wie man etwas wird. Der Leocampus will eher ein Ort sein, an dem man herausfindet, wer man ist und welche Idee Gott für das eigene Leben hat. Und an dem man dann auch den Mut findet, loszugehen.
Erzbischof Bentz hat das bei der Eröffnung in einen Satz gefasst: „Berufung ist keine Leistung, sondern eine Antwort.“ Gott sucht zuerst, der Mensch darf sich finden lassen. Das klingt passiv, ist aber das Gegenteil. Wer gefunden werden will, muss erreichbar sein.
Damit das gelingt, setzt der Campus auf drei Dinge:
- Räume für Stille, Gebet und ehrliche Fragen: Was will ich wirklich? Was steckt in mir? Wovor habe ich Angst, und wozu habe ich Mut?
- Menschen, die zuhören, statt sofort Antworten zu verteilen, und die beim Unterscheiden helfen.
- Gemeinschaft, in der sich verschiedene Berufungen ergänzen, statt miteinander zu konkurrieren.
Wir verstehen den Campus in diesem Sinne als Laboratorium der Berufungen, auf dem zwar Schutzbrillen nicht nötig sind, Experimentierfreude schon.
Dahinter steht die Vision einer Kirche, die nicht bei sich selbst bleibt. Sie ist neugierig auf die Fragen ihrer Zeit, kann Brücken bauen und hat erkennbar Freude an dem, was sie glaubt.